Grundlagen kennenlernen
Im Rahmen dieser Online-Weiterbildung gibt KuLO Impulse zur strategischen Entwicklung und Umsetzung digitaler/hybrider Formate in der Kulturarbeit, also hauptsächlich zu den ersten Schritten des Vorgangs.
Die Materialien begleiten den Einstieg in den Strategieprozess und vermitteln Grundlagen: den Auftakt in Form einer umfassenden Analyse, Leitfragen, aus denen Leitlinien entwickelt werden können, und Ansatzpunkte für eine anschließende Vorgehensweise.
Eine Definition zur digitalen Strategie hast du im vorangegangenen Basismodul schon kennengelernt. Nochmals zur Erinnerung:
Eine digitale Strategie …
… definiert und kontrolliert alle Strukturen, Ressourcen, Kompetenzen, Maßnahmen und Projekte sowie Kosten und Nutzen und führt sie zusammen.
… ist als ganzheitliche, langfristige und nachhaltige Verfahrensweise zu betrachten.
… ist iterativ, d.h. in Schleifen, angelegt und erfordert Anpassungen, wenn sich Rahmenbedingungen ändern.
… lässt Experimente in der Umsetzung zu.
… benötigt einen Entwicklungszeitraum von mehreren Monaten bis zu zwei Jahren.
(Vgl. Gries 2019a, S. 102f.).
Lorenz Pöllmann und Clara Herrmann formulieren ihre Perspektive auf die digitale Strategie wie folgt:
„Eine digitale Strategie birgt […] das Potenzial einer grundlegenden Inventur des Kulturbetriebs, an deren Ende ein individuelles digitales Konzept mit eigener Positionierung und Mission steht, die zwar auf einer grundsätzlichen Offenheit für digitale Innovation basiert, aber auch den nötigen Anker im Hinblick auf die unendlichen digitalen Möglichkeiten bietet. […] Kulturbetriebe […] müssen ihre etablierten Regeln, Hierarchien und Vermittlungs- und Sinngebungsverfahren […] laufend überprüfen um innovationsfähig zu bleiben. Die Expansion von Kulturbetrieben in den digitalen Raum heißt auch, sich mit den gesellschaftspolitischen Implikationen auseinanderzusetzen und digitales Denken und Wissen über die Schulung der eigenen Mitarbeiter hinaus im Bildungsauftrag zu verankern. Kulturbetriebe können hier zu neuen Zentren der Innovation, des Lernens und des Miteinanders werden, indem sie digitale Experten, Kulturschaffende, Technik und Kunst wie auch Nutzer zusammenbringen und den Umgang mit kulturellen Inhalten und Werten in einer digitalen und demokratischen Gesellschaft vermitteln.“ (Pöllmann & Herrmann 2019, S. 32f.)